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11. Juni (17 Uhr) -“Phantasmagorias of History” – 1989 und andere Gespenster der Geschichte

Phantasmagorias of History
Phantasmagorias of History

Wachturm/ Gespenster. Über die (Un-)Möglichkeit 1989/90 zu fassen zu kriegen
Auftakt eines dreimonatigen Forschungs- und Veranstaltungsprojekts am 11. Juni ab 17 Uhr im Flutgraben e.V. & im Wachturm am Schlesischen Busch


Foto: Svetlana Boym Phantasmagorias of History

Was lässt sich nach einem Jahr des öffentlichen Gedenkens noch über 1989 sagen? Was ließe sich anders sagen und was fängt man mit jenen Momenten der gelebten Erfahrung von 1989 an, die sich im Gespräch mit ihren Protagonisten in den funkelnden Augen, den plötzlich energisierten Körpern Äußerung verschaffen, aber immer sogleich wieder verstummen, wenn sie sich in jenen Modi des Sprechens über diese Zeit, die uns heute zur Verfügung stehen, identifizieren sollen?
Das dreimonatige Forschungs- und Veranstaltungsprojekt folgt dem fortdauernden Wunsch, den historischen Zeitraum 1989/90 in der DDR und Osteuropa als Moment tiefgreifender politischer Teilhabe und euphorischer Kommunikation zu fassen zu bekommen, der auch nach der Intensivierung des Gedenkens im letzten Jahr uneingelöst geblieben zu sein scheint. Es versammelt künstlerische, aktivistische, dokumentarische und theoretische Versuche, diesem Wunsch nachzugehen, in denen die Erfahrung der utopischen Kraft dieses Moments immer anklingt, ihrer sprachlichen Ausformulierung aber jedes Mal aufs Neue entschlüpft.

Auftakt der Gesprächsreihe »Bleibe im Land und wehre dich täglich« Die Erfahrung von 1989/90 als politische Ressource und des künstlerischen Forschungsprojekts Wachturm/ Gespenster

am 11. Juni ab 17 Uhr:

“Phantasmagorias of History” – 1989 und andere Gespenster der Geschichte
Gespräch mit Svetlana Boym, Khadija Carroll La, Elske Rosenfeld
11. Juni, 17-19 Uhr, Projektraum Flutgraben e.V.
und
Svetlana Boym „Phantasmagorias of History“
Künstlerische Präsentation
11. – 13. Juni,14 -19 Uhr, Eröffnung 11. Juni, 19 Uhr
Wachturm am Schlesischen Busch

Grenzwachturm Schlesischer Busch und
Flutgraben e.V., 2. OG (Projektraum)
Am Flutgraben 3
12435 Berlin

Wachturm
Wachturm

Zur Auftaktveranstaltung/ Präsentation:
Svetlana Boym hat sich als Theoretikerin umfassend mit der jüngeren Geschichte Osteuropas, z.B. mit der Perestroika, beschäftigt. Neben ihrem akademischen und theoretischen Umgang mit Geschichte arbeitet sie zudem künstlerisch mit Bildmaterial historischer Umbruchssituationen, wie Prag 1968, Moskau 1935, St. Petersburg 1991. Ihre Phantasmagorias versammeln die Geister jener anderen geschichtlichen Entwicklungen, die in Momenten des Umbruchs auch möglich schienen, aber nicht eingetreten sind.

Im Gespräch in Projektraum des Flutgraben e.V. treten Bilder und Texte von Svetlana Boym in einem performativen Gespräch in einen Dialog mit jenen Fragen an die Geschichte und die Prozesse, mittels derer sie geschrieben wird und an die Möglichkeiten der Erinnerns und des Aufsuchens historischer Erfahrungen, auf die auch das Forschungsprojekt Wachturm/ Gespenster gerichtet ist, das mit dieser Veranstaltung eröffnet wird. Khadija Carroll La interveniert mit Bildern und Texten aus ihrer Border Series in das Gespräch.

Svetlana Boym ist Theoretikerin, und Medienkünstlerin und u.a. Autorin des Buches „The Future of Nostalgia“. Khadija Carroll La ist Künstlerin, Kunsthistorikerin und Kuratorin und interveniert in Zonen des transkulturellen Kontaktes. Elske Rosenfeld arbeitet zur Geschichte und Geschichtsschreibung der DDR und ist die Initiatorin dieses Projekts.

Zum Projekt:
Der ehemalige Grenzwachturm am Schlesischen Busch in Berlin Treptow wird für die Projektdauer – vom 11. Juni 2010 bis zum 30. August 2010 – zum  logistischen und konzeptionellen Zentrum der vierteiligen Gesprächsreihe »Bleibe im Land und wehre dich täglich« Die Erfahrung von 1989/90 als politische Ressource und eines Programms von Interventionen und Präsentationen im Wachturm, in denen unterschiedliche Positionen und Materialien aus bzw. zur Geschichte von 1989/90 zusammengetragen werden. Diese werden gleichzeitig in einer künstlerischen Forschungsstation im Obergeschoss des Wachturms einer fortlaufenden, übergreifenden künstlerischen Recherche zugeführt, die jedoch nicht auf eine abschließende Einordnung oder Kartierung des hier versammelten Materials abzielt, sondern vielmehr gerade die Leerstellen, die Überlappungen, die Brüche und Verwerfungen zwischen den unterschiedlichen Arten des Sprechens über 1989/90 zu befragen versucht.

++ Gesprächsreihe „Bleibe im Lande und wehre dich täglich“ Die Erfahrung von 1989/90 als politische Ressource
Ein Projekt von Elske Rosenfeld in Zusammenarbeit mit der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte und mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit Berlin

Weitere Termine

10. Juli, 17 – 19 Uhr
„Kunst und 89“// Gespräch, Projektraum Flutgraben e.V., mit Tina Bara, Claus Löser, Angelika Richter
Gespräch zum Verhältnis zwischen Kunst und Politik in der späten DDR – zwischen der staatlichem Forderung nach einer gesellschaftlichen Rolle der Kunst und den subversiven Praktiken der Verweigerung non-konformer Szenen, aber auch deren damit verbundene Begrenzung und (Selbst-)Isolation

30. Juli, 17 – 19 Uhr (Termin unter Vorbehalt)
„Politisches Arbeiten in der Tradition von 1989?“ // Gespräch, Projektraum Flutgraben e.V., mit Vertretern von Gruppen aus der ehemaligen DDR-Opposition
Ein Gespräch über die Frage, was es hieße, die Erfahrung der Opposition in der DDR aufs Heute anzuwenden.

18. August 2010, 17 – 19 Uhr (Termin unter Vorbehalt)
„1989 als Werkstatt des Politischen“ // Gespräch, Projektraum Flutgraben e.V., mit Sophia Bickhardt, Bernd Gehrke, Annett Gröschner
Eine Rückschau auf die Formen des Gedenkens an 1989 des letzen Jahres; eine Beobachtung der Geschichtsschreibung – der mit ihr einhergehenden Verschiebungen und Auslöschungen – während sie gerade passiert.

++ künstlerisches Forschungsprojekt Wachturm/ Gespenster – Über die (Un)-Möglichkeit 1989/90 zu fassen zu kriegen
Ein Projekt von Elske Rosenfeld

Erste Ausstellungen und Präsentationen im Wachturm am Schlesischen Busch

18. Juni, 17-19 Uhr (Termin unter Vorbehalt)
Eröffnung der Forschungsstation // Veranstaltung, Wachturm, mit Inken Reinert, Elske Rosenfeld

8. – 11. Juli, Private View 10. Juli 19 Uhr
Tina Bara „Herbstmodell September/Herbstmodell Oktober“ // Präsentation, Wachturm

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Das Projekt findet im Rahmen des Gasttutorenprogramms des Flutgraben e.V. statt.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.elskerosenfeld.net

Kontakt:

Elske Rosenfeld
Oppelner Str. 43
10997 Berlin
Email:
elskerosenfeld(at)gmail.com
Tel: 0176 78210689