25.Oktober 2008 - Lesung in der Nachbarschaftsgalerie: Zu Wahrheiten vereint" - Lebensalltag in Ost und West.
Die Nachbarschaftsgalerie lud am Sonnabend, dem 25.10.08, um 19.00 Uhr zu einer Veranstaltung im Rahmen der laufenden Fotoausstellung "Bilder aus dem Kiez" ein.
Karin Manke und andere Alt-Treptower lasen Texte zum Fall der Mauer aus dem Buch "Zu Wahrheiten vereint".
Im Anschluss konnten Treptower Hörer von ihre Erlebnissen und Erinnerungen berichten.
Andreas Schug moderierte. Die Lesung wurde vom Kiezradio "Lokalreport Alt- Treptow" auf Sunset FM aufgezeichnet. Auszüge sind im Archiv des Radios FM abgelegt und können www.sba.us.tt angehört werden.
Hintergrundinformationen zu dem Buch „Zu Wahrheiten vereint“
In dem Vorwort des Buches schreiben die HerausgeberInnen Karin Manke und Philipp Sonntag: „Vor und nach der Wende gab es niemals eine gemeinsame Wahrheit von Ost und West. Die geschichtliche Aufarbeitung ist umstritten.“
Einen Beitrag zur Verständigung können authentische Berichte unterschiedlicher Zeitzeugen bieten, so geschehen in den Schreibwerkstätten des Heimatmuseums Treptow. Angeregt und moderiert wurden die Schreibgruppen, die mit Autorengruppen aus anderen Berliner Bezirken vernetzt sind, von Karin Manke, der Leiterin des Tagebuch- und Erinnerungsarchivs beim Heimatmuseum Treptow.
Jeder Beitrag im Buch ist für sich eine subjektive Wahrheit von einer jener 28 ZeitzeugInnen - in der Summe fügen sie sich zu einem bunten Mosaik zusammen. Auf diese Weise „Zu Wahrheiten vereint“ haben sich die AutorInnen aus Ost- und West-Berlin. Die Texte sind authentisch, ehrlich empfunden, realistisch aufgeschrieben und von daher für jeden plausibel nachvollziehbar. Eine Pointe ist, dass die spontan und über einen Schreibaufruf des Tagebuch- und Erinnerungsarchivs beteiligten westdeutschen Autoren sich in diese Erfahrung zwanglos einordnen ließen.
Zeitzeugen haben ein feines Gespür für Willkür, welches für jede Demokratie wertvoll sein sollte. Die HerausgeberInnen schreiben: „Viele Ostdeutsche sind besonders feinfühlig, was geheuchelte Demokratie betrifft, dies kann die aktuelle BRD durchaus brauchen. Der unbestechliche Blick kennzeichnet viele Autoren.“ Und manche Ambivalenz können die Gedichte im Buch am besten ausdrücken.
Mit ihren Beiträgen sind die 28 Autoren auf einem aktuellen Weg der „Demokratiefindung“, in der Hoffnung, dies möge so manchen Leser ansprechen und zu eigenen „basisdemokratischen“ Besinnungen oder auch Aktivitäten anregen.
Kontakt:
Karin Manke
Leiterin des Tagebuch- und Erinnerungsarchivs beim Heimatmuseum Treptow
Telefon 030 / 90 297 - 56 53
Karin Manke und Philipp Sonntag (Hrsg.), „Zu Wahrheiten vereint. Eine Begegnung von 28 Autoren aus Ost & West“, ca. 330 Seiten, Preis ca. 15 Euro. Das Buch kann spätestens Ende November im Heimatmuseum Treptow erworben werden. Vorbestellungen werden schon jetzt angenommen.

