Startseite > Projekte & Einrichtungen > Nachbarschaftstreff & -galerie > Lesungen > Lesungsarchiv

27. April 2008 - Lesung: "Der Papst ist ein Schwede" - Erzählung von Katrin Heinau (So. 18:00 Uhr)

Am Sonntag, dem 27. April um 18:00 Uhr, liest die im Kiez ansässige Autorin aus ihrer im September 2007 erschienenen Erzählung "Der Papst ist ein Schwede".
Die Lesung findet in den Räumen der Nachbarschaftsgalerie in der Karl-Kunger-Straße 15, 12435 Berlin statt.

Die Erzählung ist Katrin Heinaus viertes Buch. Nach ihrem Erzähldebüt „Die Fahrt ins Weiße“ (Verlag Engelbecken 1997) erschienen in kurzer Folge bei der Edition Erata Leipziger Literaturverlag die Erzählungen „Vier Männer“ (Frühjahr 2006) und der Roman „Evakuierung“ (Herbst 2007). Dieses Frühjahr veröffentlichte sie bei Erata das Hörbuch/Hörspiel „Vendelzeit“.

Lesung mit Katrin Heinau
Datum: So., 27. April 08
Beginn: 18:00 Uhr
Ort: Nachbarschaftsgalerie der KungerKiezInitiative
Karl-Kunger-Straße 15, 12435 Berlin
Eintritt: 1,50 Euro


Zur Autorin

Katrin Heinau wurde 1965 in Berlin geboren. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Germanistik an der FU Berlin und arbeitete im wissenschaftlichen Buchantiquariat. Als Dramaturgin war sie für Freie Theatergruppen tätig, absolvierte dann eine Schauspielausbildung und arbeitete auch als Schauspielerin in der Berliner Freien Szene. Sie war außerdem Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und unterrichtete an einer privaten Sprachschule. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Dresden lebt sie wieder in Berlin.
Katrin Heinau schreibt auch Theaterstücke, die in Berlin, Hamburg, Nordhausen, Magdeburg und Köln aufgeführt wurden.
Prosa- und Gedichtbeiträge erschienen in den Zeitschriften Konzepte, Kritische Ausgabe, Dichtungsring, Ostragehege, lauter niemand.

Zum Buch
Ein Dialog mit stummer Partnerin...
Allein aus der Stimme der Protagonistin gespeist...
Eine subjektive Sicht auf das Verhältnis von Deutschen und Polen zu Beginn dieses Jahrhunderts...
Eine Reise nach Polen, erzählt in einer Nacht.


Eine junge Polin, tätig als Volontärin in Deutschland, trifft in der Berliner U-Bahn auf eine Deutsche, die ihr zuhört. In der frisch gelernten fremden Sprache, zwischen Gelingen und Scheitern, großer Geste und clownesker Zerbrechlichkeit, redet sie sich genussvoll bis ans Bett ihrer neuen Bekannten, verbirgt und eröffnet Einblicke in ihre südpolnische Heimat. Die beginnende erotische Spannung zwischen den beiden Frauen kann sie nicht verbergen, aber das Verdikt der katholischen Kirche verhindert die Annäherung. Sie spinnt den Faden einer fiktiven Reise, die die Freundin nach Krakau und in die dörfliche Umgebung entführt. Dort sitzen sie am Tisch der Familie und die Freundin erfährt, wie die polnische Geschichte Menschen bis auf den heutigen Tag krank macht; wie die geografische Nähe zu Auschwitz das Leben der Familie berührt; sie erfährt, wie der noch amtierende Papst Johannes Paul II. scheinbar immer präsent ist und auch, was er am liebsten zum Mittag isst; sie erlebt, wie die so hartnäckigen deutsch-polnischen Klischées unterm Apfelbaum ins Lachhafte kippen und doch sofort wieder da sind; und sie wird schließlich liebevoll aber bestimmt fortgeschickt, entlassen ins offene Ende einer noch nicht erfüllten Beziehung.

„Ich schlafe die ganze Nacht nicht. Wer ist schuld? Gott oder das Gesetz? Hast du das Wetter heute gemacht? Und warum kommst du niemals nach Krakau?“