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17. Januar 2009 -  Lesung in der Nachbarschaftsgalerie: René Gummelt & Norbert Herrscher lesen "Prägung" - Prosatexte und Gedichte

Zu Beginn des Jahres präsentiert die Nachbarschaftsgalerie:
René Gummelt (Jahrgang 1982) und Norbert Herrscher (Jahrgang 1985) lesen ihre eigenen lyrischen Texte und Prosafragmente unter dem Titel „PRÄGUNG“ mit selbstkomponierten Klangcollagen.

Datum: 17. Januar 2009
Zeit: 20.00 Uhr
Ort: Nachbarschaftsgalerie der KungerKiezInitiative e.V.
Karl-Kunger-Straße 15
12435 Berlin
Bus 194 (Haltestelle: Bouchéstraße)
Öffnungszeiten der Galerie: Donnerstag bis Sonntag 15 bis 19 Uhr
Zusätzlich: Samstag 10 bis 14 Uhr

Diese Lesung findet im Rahmen der Ausstellung „Das Leben an und für sich“ statt, welche Holzschnitte von Leo Tesch sowie Kleinst-Plastiken und Stempel-Drucke von Joachim Zintel zeigt.

In der Lesung am 17.01.2009 spielt das Erzählfragment „Prägung“ von René Gummelt eine wichtige Rolle. Dieses Erzählprojekt ist eng mit der Oderregion verbunden, mit den historischen Hintergründen und biographischen Erlebnissen eines Kindes im 2.Weltkrieg. Erzählt werden die dramatischen Kriegserlebnisse eines Jungen, der mit seiner Mutter und mit seinem älteren Bruder die Odergegend als Flüchtlinge erlebt. Momente des Hungers, der Todesangst und der Einsamkeit, aber auch der Hoffnung auf den Frieden erscheinen als erzählerische Motive. „Prägung“ ist ein literarisches Projekt, das René Gummelt mit dem Künstler Joachim Zintel erarbeitet hat. Hierbei treten einige Parallelen zu Joachim Zintels Kindheitserfahrungen auf, der in vielen Interviewsitzungen dem Autor von seinen Kriegserlebnissen in der Oderregion erzählte. Literarisch mit fiktiven Erzähl- momenten verfremdet, ist ein literarisches Werk entstanden, das bei bisherigen Lesungen viel Faszination beim Publikum auslöste. Ein junger Autor, der selbst keinen Krieg miterlebt hat, schreibt mit einer klaren, kargen und doch irgendwie poetischen Sprache über die prägende Wirkung des Krieges.

Der zweite Programmteil dieser Lesung stellt die neuen lyrischen Arbeiten von
Norbert Herrscher und René Gummelt vor. In der Vielzahl dieser Gedichte
werden melancholische, nachdenkliche und zeitkritische Perspektiven auf das
menschliche Dasein poetisch verarbeitet. Diese stilistische Tendenz lässt sich
beispielsweise anhand des Gedichts „DER UMBRUCH“ von Norbert Herrscher nachvollziehen:
l „DER UMBRUCH / wir fremde siedeln über in die fremde / entledigen uns vertrautem/ und aller heimlichkeiten / tragen austauschbare namen in den
nächsten AUFBRUCH / wander kind / so wandle dich / sonst bleibt nichts /.“