05. September bis Ende Oktober 2009 - "Zu viel Verwirrung hier" von Salli Sallmann

Nachbarschaftsgalerie - Karl- Kunger-Straße 15, 12435 Berlin Alt-Treptow
Salli Sallmann, geb. 7.4.1953 in Chemnitz, Geburtsname Michael Sallmann. 1959 Einschulung im erzgebirgischen Gornsdorf, Beendigung der Zehnklassenschule in erzgebirgischen Thalheim 1969, Lehre als Baumaschinist, Arbeit in diesem Beruf. 1971 Delegierung zum Studium an die Fachschule für Ingenieurökonomie nach Leipzig. Gedichtveröffentlichungen in DDR-Zeitschriften. 1974 Heirat, vorzeitige Exmatrikulation vom Studium wegen sog. 'konterrev.'
Aktivitäten: Vorangegangen der Entzug der Auftrittserlaubnis als Lyriker und Sänger durch die Kulturdirektion Leipzig. Arbeit als Kraftfahrer. 1975 Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee als Panzerfahrer. 1976 Scheidung. Während des Wehrdienstes Verhaftung durch das Min. für Staatssicherheit ( Stasi) wegen sog. staatsfeindlicher Hetze: Grund war der Vortrag von kritischen eigenen Liedern in den Jahren vor der Biermann- Ausbürgerung. 1977 Abschiebung nach Westberlin ohne Verurteilung. Arbeit als Hilfsgärtner, Krankenpfleger, Musiker.
1980 Geburt des Sohnes Matthes. 1983 Abitur im Zweiten Bildungsweg. Ab 1984 Studium der Germanistik, der Politikwissenschaft und der Soziologie an der FU Berlin, eigenständige Buch-und Schallplattenveröffentlichungen. 1987 erneute Heirat. 1989 Erfolgreiche Beendigung des Studiums (Note 1), Geburt des Sohnes Jascha. Seit 1988 freier Journalist für Zeitungen (u.a. taz und Frankfurter Rundschau), ab 1990 auch freier Hörfunkjournalist für Deutschlandfunk und RIAS, ab 1992 Redakteur für Literatur beim ORB (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) im Programm Radio Brandenburg. Seit 1997 Literaturredakteur beim SFB/ORB-Gemeinschaftsprogramm RADIO KULTUR.
Zu viel Verwirrung hier (All along the watchtower)
Musik: Dylan, Text: Dylan, deutsch: Sallmann
Es ist zuviel Verwirrung hier,
ich finde alleine mich nicht durch.
Das Leben macht mich zum Kriechtier:
Ich werd zum Kriecher zum Lurch.
Es ist zuviel Verwirrung hier,
spricht der Kasper zum Meer.
Ich seh keinen Ausweg,
mein Leben ist bunt und leer.
Ich geh auf Arbeit nur wegen Geld
und kann trotzdem nicht besser leben.
Die Hoffnung, die mich zusammenhält:
Es muss was anderes geben.
Und mein Chef auf Arbeit spricht:
Hast mal ausgetobt dein wildes Blut.
Ich war in meiner Jugend auch so,
doch jetzt ist es wieder gut.
Die Zeit weht weg wie trocknes Stroh,
doch dass der Wind nicht weht, ist schade.
So also soll auch unser Leben sein:
Den Buckel krumm, den Scheitel grade.
Entlang einer Dachrinne,
mit blinden Augen und besoffen,
stolpere ich und der Kasper lacht:
Deine Zukunft ist doch offen.





